Non-Profit-Branding: Mehr Offenheit für ein Tabu-Thema
Hungrige Herzen / Namensfindung, Branding, Corporate Design, Illustration, Non-Profit-Kommunikation
Essstörungen sind noch immer ein Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird. Für Hungrige Herzen entstand ein Auftritt, der genau dort ansetzt: offen, emotional und aufmerksamkeitsstark – aber mit der nötigen Sensibilität. Name, Branding und Kampagnenmotive machen sichtbar, worum es dem Verein geht: Unterstützung, Austausch und ein leichterer erster Kontakt.
DER AUFTRAG: Zugang erleichtern, Austausch ermöglichen
Aufgabe war die Namensfindung für einen Verein, der sich für Menschen mit Essstörungen einsetzt. Darüber hinaus sollten starke Kampagnen-Motive entwickelt werden. Auftraggeber ist ein Zusammenschluss von Betroffenen und ihren Familien aus dem Raum Weinheim. Der Verein will die Öffentlichkeit für das Thema Essstörungen sensibilisieren. Zudem soll die erste Kontaktaufnahme zum Verein erleichtert werden.
DIE ZIELGRUPPE:
Die Öffentlichkeit in und um Weinheim, Menschen mit Essstörungen, Angehörige und Freunde, medizinische Fachkräfte und Einrichtungen wie Schulen. Der Verein begleitet und unterstützt Betroffene und ihre Familien rund um das Thema Essstörungen. Das Netzwerk ist vor allem in Weinheim und Umgebung aktiv. Es bietet Informationen, Hilfe und fördert den Dialog. Um aufzuklären, hält es z. B. Vorträge in Schulen.
DER HINTERGRUND: Wenn Schweigen Hilfe erschwert
Essstörungen sind weitgehend noch ein Tabu-Thema. Es gibt kaum niederschwellige Kontaktangebote. Corona hat die Lage für viele Betroffene verschlechtert: Social Distancing und Digitalisierung verstärken den sozialen Rückzug. Die Wartezeiten für Therapieplätze sind zudem sehr lang.
Zu Essstörungen zählen vor allem Magersucht (Anorexie), Ess-Brechsucht (Bulimie), Binge-Eating (anfallsartiges übermäßiges Essen). Viele Betroffene haben ein geringes Selbstwertgefühl, Selbstzweifel, sind beim Kontakt mit anderen Menschen ängstlich. Häufig haben sie auch einen Hang zum Perfektionismus, einen hohen Leistungsanspruch und ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle.
DIE UMSETZUNG:
Der plakative Auftritt bringt den Verein und die Bedürfnisse von Betroffenen eindringlich ins Gespräch: Der Name „Hungrige Herzen“ weist nicht nur auf das Problem selbst, sondern auch auf die emotionale Ebene der Essstörung. Die Illustrationen schaffen eine eigene Bildwelt: emotional, zugänglich und sensibel im Umgang mit dem Thema. Logo-Design, Visitenkarten, Flyer für Angehörige und Betroffene gehen das Thema sehr aufmerksamkeitsstark und emotional an. Zugleich wird das Problem sensibel und einfühlsam behandelt.